Der VfB Friedrichshafen hat als letztes Team das Halbfinalticket für die diesjährigen Playoffs in der 1. Volleyball Bundesliga der Männer gelöst. Am Mittwochabend setzte sich die Mannschaft von Adam Swaczyna 3:0 (25:18, 25:20, 25:19) gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg durch. Der Aufsteiger hatte den 13-maligen Deutschen Meister überraschend in ein drittes Spiel in der Best-of-three-Viertelfinalserie gezwungen. Zoi DVV-Pokalsieger SVG Lüneburg, Titelverteidiger BERLIN RECYCLING Volleys und die SWD powervolleys Düren hatten das Halbfinale, das am 11. und 12. April beginnt, bereits nach zwei Spielen klargemacht.
„Wir wollten wirklich gewinnen, wir waren sehr hungrig. Es war hart, das letzte Spiel zu verlieren und wir hatten heute ein Do-or-Die-Spiel. Aber für uns Sportler ist das der Job, den wir zu erledigen haben, und das haben wir heute gut gelöst“, sagte Friedrichshafens Außenangreifer und MVP des Spiels Jonas Van Huizen. Ludwigsburgs Kapitän Ben-Simon Bonin, der auch für das kommende Jahr beim MTV unterschrieben hat, zeigte sich enttäuscht nach der Niederlage: „Wir sind Sportler, wir verlieren Spiele ungern. Wenn man die Chance hat, in seiner Premieren-Saison ins Halbfinale einzuziehen, dann tut das jetzt schon weh. Aber in ein paar Tagen werden wir merken, dass wir Großes geleistet haben.“
Mutige Ludwigsburger scheitern an der Routine der Häfler
„Wir müssen die Dinge besser machen, die wir kontrollieren können“, hatte VfB-Trainer Swaczyna nach der Niederlage am vergangenen Wochenende von seiner Mannschaft gefordert und diese lieferte. 72 Prozent Angriffsquote im ersten Satz unterstrichen die Überlegenheit. Angeführt von Vojin Ćaćić, der die größte Angriffslast trug, war der erste Durchgang mit 25:18 eine klare Angelegenheit. In Durchgang zwei hielt Ludwigsburg zu Satzbeginn mit. Dank starker Blockaktionen und einer soliden Feldabwehr führte der VfB dann aber schnell mit 16:9. MTV-Trainer Hasse Mattila reagierte, brachte Zuspieler Jonah Dornheim und den Norweger Adrian Mol auf der Diagonalen. Ludwigsburg kam auf 17:15 heran. Die „Häfler“ zeigten sich in dieser Phase auch im Aufschlag fehleranfällig, retteten den Vorsprung aber über das Satzende.
Im dritten Satz bewies der routinierte VfB dann die besseren Nerven. Der Underdog aus Ludwigsburg spielte zwar weiterhin mutig auf, blieb aber vor allem bei den längeren Rallyes zu oft glücklos. Am Ende sicherten die Blockhände von Louis Kunstmann den entscheidenden Punkt zum 25:19. Gegner im Halbfinale sind die BR Volleys. Damit ist der Clásico des deutschen Volleyballs perfekt.

Jubel beim VfB Friedrichshafen: Die „Häfler“ feiern nach dem 3:0-Erfolg gegen Ludwigsburg den Einzug ins Playoff-Halbfinale. (Foto: Alexander Hoth)
Lüneburg im Halbfinale gegen Düren gefordert
Eine sichtlich müde SVG Lüneburg hatte sich bei den WWK Volleys Herrsching mit 2:0 in der Viertelfinalserie durchgesetzt. Gegen engagiert kämpfende Herrschinger gab die SVG einen Satz im zweiten Spiel ab, besann sich dann aber wieder auf die eigenen Stärken. Trainer Stefan Hübner hat mit seiner Mannschaft nicht nur das Playoff-Halbfinale gegen Düren am kommenden Sonntag vor der Brust. Am Mittwoch darauf folgt das Hinspiel im CEV Cup-Finale gegen Gas Sales Bluenergy Piacenza, ebenfalls in der heimischen LKH Arena. Deshalb standen zunächst zwei Tage frei auf dem Programm. „Das ist körperlich ein großer Erholungsfaktor. Danach geht es bis zum Ende im engen Abstand weiter, da ist das jetzt nochmal Gold wert“, hatte Hübner angekündigt.
Auch Dürens Trainer Christophe Achten gönnte seinen Spielern nach der Nervenschlacht im Viertelfinale gegen die Helios GRIZZLYS Giesen eine kleine Auszeit. Achten, der zuletzt auf zwei Außenangreifer verzichten musste, gab nach dem Halbfinaleinzug zu: „Unter diesen Voraussetzungen war es nicht eingeplant, dass wir auch das zweite Spiel gewinnen.“ Gegen Giesen sprang zunächst Mittelblocker Kyle Paulson auf der fremden Außenposition ein, ab Satz vier übernahm Diagonalangreifer Jordan Canham die Rolle. „Diese Leistung zeigt, wie geschlossen das Team ist. Und dass wir gute Volleyballer im Team haben, die auch auf anderen Positionen helfen können. Dieses Team kann mit dieser Mentalität etwas bewegen“, fasste Achten zusammen.
Dyn im Halbfinale und Finale live dabei
Das Halbfinale wird aufgrund der CEV-Cup Finals mit deutscher Beteiligung ebenfalls im Modus „Best of three“ ausgetragen. Im Finale bekommen die Volleyball-Fans dann bis zu fünf Begegnungen zu sehen. Bei Dyn Volleyball gibt es nicht nur alle Spiele live und on demand, sondern auch alle Highlights der Partien in der Zusammenfassung.
Die Halbfinalserie Lüneburg gegen Düren im Überblick
- So., 12.04.26, 17:00 Uhr, SVG Lüneburg vs. SWD powervolleys Düren
- So., 19.04.26, 18:00 Uhr, SWD powervolleys Düren vs. SVG Lüneburg
- So., 26.04.26, 17:30 Uhr*, SVG Lüneburg vs. SWD powervolleys Düren
Die Halbfinalserie Berlin gegen Friedrichshafen im Überblick
- Sa., 11.04.26, 18:00 Uhr, BERLIN RECYCLING Volleys vs. VfB Friedrichshafen
- Sa., 18.04.26, 20:00 Uhr, VfB Friedrichshafen vs. BERLIN RECYCLING Volleys
- So., 26.04.26, 17:00 Uhr*, BERLIN RECYCLING Volleys vs. VfB Friedrichshafen
* Diese Partie entfällt, wenn der Sieger der Serie vorzeitig feststeht.